Mittwoch, 1. Mai 2019

49| Big in Japan (1)

Wer mit der Musik der 80-er Jahre aufgewachsen ist, wird "Big in Japan" von Alphaville natürlich kennen. Den jüngeren Lesern meines Kultur-Magazins sei die neuere und sehr gelungene Cover-Version von Ash empfohlen:


Und auf dem Flug nach Tokio gleich wieder Musik der Achtziger. Ich sah den Film "Bohemian Rhapsody" über Queen und insbesondere Freddie Mercury. Großartiger Film mit großartiger Musik.


Nach 3 Stunden Flugzeit Landung in Tokio am Sonntag, dem 21.04. gegen 13:00 Uhr. Konichiwa! 

Eines schon mal vorweg: Ich habe mich schockverliebt. In das Land und in seine Menschen. Japan (zumindest Tokio und Hiroshima) ist aufregend und abgefahren. Die Menschen sind höflich, freundlich, rücksichtsvoll, gepflegt und gut gekleidet. Einfach kultiviert.
Der ein oder andere Pekinger ist ... all dies nicht.

Gerade mal eine Stunde im Hotel, musste ich schon wieder los - Verabredung mit Kollegen zum Essen. Kein Problem, ist die Metropolregion Tokio doch "nur" der größte städtische Ballungsraum der Erde mit schlappen 35 Millionen Einwohnern. Aber wir haben uns gefunden.
Nächsten Tag ging ich auf Erkundungstour durch die nähere Umgebung meines Hotels. Dieses lag zentral und verkehrstechnisch günstig im Stadtteil Ginza. Erst im Dezember 2018 eröffnet, war es sehr modern, wenn auch das Zimmer relativ klein war. Das Klo hatte Stromanschluss, u.a. für die Sitzheizung. Ein Bedien-Panel ermöglichte die Zuschaltung weiterer Features. Nur Vogelgezwitscher konnte das Klo nicht. Das Frühstück im Hotel war leider ziemlich enttäuschend. Sicher alles qualitativ sehr hochwertig, aber äußerst dürftige Auswahl. Eine Sorte Brot, drei Sorten Müsli, Rohkostsalate, zwei warme Speisen (Nudeln und Kartoffelspalten). Keine Wurst, kein Käse. Drei Sorten "Marmelade", darunter carrot jam und onion jam. Hmm, gesund und bekömmlich. Man konnte aber wenigstens Rührei bestellen. Die Außenterrasse hingegen lud sehr zu einem Feierabend-Sapporo ein.


Zunächst ging es vorbei am Tsukiji-Fischmarkt zum Hama-rikyu Garten, wo noch die letzten Überbleibsel der Kirschblüte zu sehen waren.

 

Weiter führte mich mein Weg zum Zojoji-Tempel und Tokyo-Tower, der dem Eiffelturm nachempfunden ist.

 

Nachmittags spazierte ich zu den Imperial Palace East Gardens, nur um festzustellen, dass diese montags und freitags geschlossen sind. Blieb also nur ein Blick von außen.

 

Abends bin ich dann durch den schrillen Stadtteil Shibuya geschlendert. Neon-Reklame, soweit das Auge reicht und seine bekannteste Kreuzung, über die besonders in den Abendstunden pro Ampelphase angeblich bis zu 15000 (!) Menschen gleichzeitig strömen. Wahnsinn!
Auf los ...


... geht's los.

 

Am dritten Tag verabredete ich mich vormittags mit Kollegen (diesmal andere, als die, mit denen ich am ersten Abend essen war) zur Besichtigung der kaiserlichen Gärten.

 

Nachmittags machte ich mich auf in den westlichen Teil Tokios zum Meiji Jingu Schrein. Dieser Shinto-Schrein aus dem Jahr 1920 ist dem Kaiser Meiji und seiner Frau gewidmet. Mitten in der Stadt und doch inmitten eines ruhigen Waldes gelegen.

 
 

Danach ging's weiter zur Stadtverwaltung, von deren Observation Deck in der 45. Etage auf 202 m Höhe man einen tollen Rundum-Blick über Tokio genießen kann, noch dazu völlig kostenlos. Es sollte sich im Laufe des Urlaubs noch ein imposanterer Ausblick ergeben, allerdings auch nicht mehr für lau.

 

Anschließend habe ich mich einfach treiben lassen, u. a. durch die Takeshita dori Straße. Eine Straße voller schräger Läden, schriller Typen und natürlich voller Touristen.


Letztendlich bin ich wieder im abendlichen und neon-erleuchteten Shibuya gelandet.

 

Tag 4 war dem nördlichen Teil Tokios vorbehalten. Ich startete im Stadtteil Akihabara, voll mit Läden für Games, Mangas und Anime und so. Da es vormittags und zudem regnerisch war, sind mir weit und breit keine schrägen Vögel begenet. Schade.

 

Von dort ging es weiter zum Ueno Park und dem Ueno Schrein. Erbaut im Jahre 1627, hat er Kriegen und Erdbeben standgehalten und gilt wegen seiner Widerstandsfähigkeit als japanisches Kulturerbe.

 
 

Nächstes Ziel: der Stadtteil Nippori, so etwas wie die Altstadt Tokios mit zahlreichen Gassen, kleinen Läden, Kunsthandwerksbetrieben und jeder Menge Schreinen und Tempeln. Und Friedhöfe gab's da auch'ne ganze Menge.

 
 

Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Also nicht nur auf den Friedhöfen. Ein spannender Kontrast zur sonst so pulsierenden und hektischen Metropole.
Gegen Abend bin ich dann noch zum Sumida River, etwa 15 Minuten zu Fuß von meinem Hotel entfernt, um heimlich eine zu rauchen.


So'n bisschen wie auf Klassenfahrt, wo man sich abends nochmal heimlich aus der Jugendherberge schleicht. Rauchen ist in Tokio in der Öffentlichkeit verboten. Nur gelegentlich findet man Raucher-Zonen. Interessanterweise ist das Qualmen in Kneipen hingegen weit verbreitet. Im Hotel gab es einen Raucherraum, etwa 2 Quadratmeter groß, nur spärlich beleuchtet und mit kraftvoller Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet. Gemütlich.


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